Wegzug der Schwalben
Ein altes Sprichwort sagt:
Am 8. September isch Maria Geburt,
... und denn fliege d' Schwalbe furt.
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Ein kleiner Bericht zum Wegzug der Schwalben, welcher
immer um den 8. September stattfindet. Die beiden Gedichte über
die Schwalben unseres Mundartdichters Willy Ackermanns gibt die
spezielle Symbolkraft dieser Tiere wieder. Wenn die Schwalben wegziehen,
fehlen die eleganten Flugkünstler am Himmel. Ebenso ist es
ein untrügliches Zeichen, dass der Sommer vorbei ist.
Der Bericht ist mehrteilig und umfasst die Gedichte, kurzer Steckbrief
über unsere wichtigten Schwalben und deren Wegzug und Rückflug.
1. Kurzgedicht (Willy
Ackermann)
2. Gedicht Wegzug (Willy
Ackermann)
3. Mundartgedicht
Dr Schwalbezug (Willy Ackermann)
4. Öisi Schwalbe
(Willy Ackermann)
5. Mehlschwalbe und Rauchschalbe
(Kurzbeschrieb)
1. Kurzgedichte (veröffentlicht
mit freundlicher Genehmigung von Willy Ackermann)
wenn d'Schwalbe furtgöö
wenn-sy chömme,
das beschäftigt vieli Lüt,
doch s'gid au setig,
au das sy vieli,
dene seit das alles nüd
2. Wegzug (veröffentlicht
mit freundlicher Genehmigung von Willy Ackermann)
Im Herbscht sy d'Schwalbe
Richtung Afrika gfloge,
Doch ä Mächt - ä ganz heime
Duet-se au dört ä bitz bloge
Doch worum mir öisi Fründe
Ufsmol wieder gseh "jage",
Wie-sy turne und d'Müggli
Grad z'tousige
Zue-de Junge düe trage ?
Worum das so isch
Das muesch s'Schwalbenvolk
froge !
sy würde dir säge:
s sig hald wieder sowit,
i dämm Ländli das wyt äne Lyt
sig wieder einisch
das grosse Wunder im gang,
S'Summerwärde a dr Birs
und im Schwarzbuebelang!
im Herbscht heige-sy
d'Näschtli schön suber verloo,
heige no gseid zue-de "Buure",
mir sy denn gly wieder doo !
Und genau vo dämm Ort
Wie au die Junge "dr Schyn",
dört schtech schwarz uf wiss druff,
Dass für d'Heimetflüg alli"
Immer Türe sig uff !
Und was d'Eltere hei triebe,
(schtod au nirgends gschriebe)
Ime-ne ganz chline Sätzli inn lits:
Dr Heimetort vo dä Schwalbe
Das isch und bliibt d'Schwizz !
3 Dr Schwalbezug (veröffentlicht
mit freundlicher Genehmigung von Willy Ackermann)
Wenn d Schwalbe gschlosse südwärts
fliege
nie gsesch eini ganz älei,
düe-sy d Drööt fascht dure-biege
Apäll bi furtgo - au für hei
A Maria Geburt isch es meischt sowit
dr Zugchef seid: gly isch-es Zyt,
Doch wird no gwartet uf die Junge
die sich no sterke für Flug -
Äs wird no zwitscheret - no wird gsunge
denn schwingt sich uf ä lange Zug,
winke lang no mit dä "Facher" !
und fliege no ä Schleife über d Dächer !
"Rächt guete Flug ihr liebe Schwalbe
richtet Grüess us z Afrika
grad wenn-dr a öis danked - albe
und no dr Schwizz düet Heimweh ha" ...!
Doch d Zyt vergood - au die zieht dure
s wird gsammlet scho zum "Retourflug",
ä dunkle Strich zieht gege d Alpe
dr Schwizz zue fliegt dr Schwalbezug !
D Heimet - das sy für sii doch d Näschtli
müehsam bout mit Schtrau und Sang,
"isch s ächt no ganz" - dänkt s "Schwalbe-Meitschi"
oder lit s am Bode - ächt scho lang ?
Sitz-isch denn Zobe ufem Bänkli
luegsch dört verträumt dä Chraije noo,
gsesch plötzlich ä bekannte Segler
rüefsch freudig i d Schtube: hee - d Schwalbe sind doo !
Öisi Schwalbe
Dr Summer hed mit letschter Chraft
sy "Durchschnitts-Hitz" no einisch gschafft
die letschte Tropfe vo dr Schtirne
sy lö-di scho vill freijer "Hirne" !
Fascht über Nacht isch es chaelter worde
ä böse Schneeluft wäijt vo Norde
di Herbschtzitlose beherrsche s Fäld
s god em Jooresänd zue -
das isch hald im Herbscht sy Wält !
Dr Schneeluft schtricht-ne über d Chöpfli
bloost us dä Chelch die letschte Tröpfli,
au d'Schwalbe gschpüre "s Reisefieber"
sy tanze "Tango - Walzer - Schieber" !
um denn doch zwüsche-ine-wie s öbbe so good
ä bitz z verwile ufeme "Droot" !
Doch gly scho wieder düe-sy schtarte
zum grosse "Blindflug" ohni Charte !
si bruche kei Charte - sy wüsse wo-hie
sy sii jo paarmol "dört äne gsy"
wenn s by öis chalt wird - isch s dört äne schön
heiss
bring-mer einisch ä Schwalbe - wo das nid gnau weiss!
doch wie-sy furt göö - god au d'Reis wider zrugg.
sy bruche kei Schiff - kei Schtross - kei Brugg,
sy fliege dodsicher dr "Gotthard" aa
und jedes Schwalbeli isch schtolz - dass äs das au chaa!
Doch denn ame-ne Obe - vorem Hus ufs Bänkli
Bringt so-ne Schwalbe dir ä Gschänkli
äs fliegt im Tiefflug a dir vorby
Zeigt däwäg dir d Freud - daheim wieder z sii !
Au d'Näschtli sy so guet wie nöi
Also los mit brüete - gar chly isch s Herbscht
Wo dr START wider chunnt - "wo s im Sang zue göi !
3. Welche Schwalbenarten
sind im Schwarzbubenland / Laufental am meisten zu beobachten
Die Mehl- und die Rauchschwalbe, wobei die Mehlschwalbe ist häufiger
zu beobachten als die Rauchschwalbe. Vereinzelt kann die Felsenschwalbe
beobachtet werden.
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Mehlschwalbe
Die Oberseite ist
schwarz mit evtl. leicht bläulichem Stich und mit einem
weissem Bürzel; Die Unterseite ist weiss und der Schwanz
ist kürzer und weniger gegabelt als bei der Rauchschwalbe;
beide Geschlechter sehen gleich aus; die Mehlschwalbe brütet
in der Regel an den Gebäudefassaden.
Ein Mehlschwalbe wird 12 cm lang und wiegt bis 21 g.
Sie ist ein Langstreckenzieher
und überwintert in Afrika.
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Photo:
Markus Christ
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Die Rauchschwalbe
Die Oberseite ist stahlblau; Die Brust und
Stirn ist kastanienbraun; der visuell grösste Unterschied
ist im lang gegabelten Schwanz mit den langen Spiessen zu beobachten.
Dieser ist bei Weibchen und Jungvögeln wenig kürzer;
sie brüten in der Regel im Innern von Gebäuden, deshalb
an dieser Stelle ein Danke an die Hausbewohner (Bauern) die
den Rauchschwalben durch offene Türen ein zu Hause ermöglichen.
Die Rauchschwalbe ist Vogel des Jahres 2004
des Schweizerischen Vogelschutzes.
Eine Rauchschwalbe wird bis 19 cm lang und
wiegt bis 25 g. Sie ist ein Langstreckenzieher und überwintert
in Afrika.
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Wegzug
Der Wegzug unserer Schwalben beginnt Ende
August / anfangs September. Die Schwalben ziehen Richtung Südfrankreich
- Spanien - Mittelmeer - Sahara und überwintern in West-
oder Zentralafrika.
Rückflug
Der Rückflug beginnt im Februar und
die Ankunft ist ca. Mitte März der ersten Rauchschwalben
und Ende März die der Mehlschwalben. Der Hauptharst trifft
später, meist Mitte April ein. Einige Nachzügler,
vor allem Junge treffen sogar später noch ein.
Der Rückflug geschieht in der Regel eiiges schneller als
der Wegzug. Sie legen diese Strecke in kurzer Zeit zurück.
Tagesstrecken im Durchschnitt von grösser 300 km pro Tag
sind keine Seltenheit.
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Schwalben bei der Besammlung .... |
Autoren
| - Willy Ackermann |
| - Ruth Meury |
| - Markus Christ |
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